„Rubin entlockt der Gitarre die schönsten Töne“ schrieb Manolo Liaño in seiner Kolumne im Diario de Jerez bereits 1992.
Liaño sah in Rubín jemanden, der die “Essenz der Viertel” (Santiago und San Miguel) in die moderne Zeit trug – ein Kriterium, das für ihn in der Bewertung von Gitarristen oberste Priorität hatte.
Damals wie heute begeistert der international anerkannte Flamenco-Gitarrist und Sänger aus Jerez de la Frontera seine Zuhörer für den Flamenco puro mit filigranen Akkorden, kunstfertigen Läufen, fortissimo hervorgehobenen einzelnen Tönen auf der Gitarre. Mit seiner tief kehligen, ausdrucksstarken und wohl temperierten Stimme offenbart er uns einen ganz intimen Zugang zum Flamenco-Gesang und seinen einzigartigen Gesangstechniken.
Rubin de la Ana, mit bürgerlichem Namen Salvador Vega Carrasco, ist ein zeitgenössischer spanischer Flamenco – Gitarrist und Sänger. Geboren und aufgewachsen in Jerez de la Frontera im Barrio Santiago, einem Ort mit Flamenco-Tradition als Sohn Ana Carrascos‘ – bailaora y cantaora flamenco.
In seinem siebten Lebensjahrs beginnt seine Mutter Ana ihm die begleitenden Rhythmen und Takte (compases) und Palos del flamenco zu lehren. Die Mutter bemerkt seine Begabung und schickt ihn zum Gesangsunterricht in die Kirche. So erhält Salvador eine dreijährige Grundausbildung für religiöse Gesänge (Cantos religiöses).
Im selben Jahr (1970) beginnt Rafaél Aguilar dem Jungen das Gitarrenspiel zu lehren. Salvador hat Talaent und Rafaél Aguilar weckt in ihm die Begeisterung für das traditionelle Gitarrenspiel und den Gesang. Es ist der Beginn einer mehr als zehnjährigen Ausbildung zum Flamenco-Gitarristen und Sänger. Salvador erhält Unterricht von den Brüdern Niño und Antonio Jero, Pedro Carrasco, José Luis Balao, Carabonero, Manuel Lozano und Antiono del Canto.
Mit Fünfzehn begleitet er bereits Ausbildungsklassen an der Academia de Baile Juan Parra (1975 – 1987). Mit Sechszehn hat erste Auftritte in den Peñas, Tablaos und Clubs von Jerez, darunter die Peña Flamenca La Buleria, Peña Flamenca Los Cernícalos, der Flamenco Club Tio Jose de Paula, die Peña Flamenca Buena Gente, der Flamenco Club “El Pescaero”, die Peña flamenca Luis de la Pica, Tablao Flamenco Puro Arte und die Peña Flamenca “La Zua” um nur einige zu nennen.
Mit Siebzehn debütierte er als Flamenco-Gitarrist an der Seite der passionierten und hoch geschätzten Cantaores Fernando Terremoto Hijo und Macarena de Jerez. Es folgen Konzerte an der Seite von Paco Gàlvez. Ab 1984 fordern ihn Tanzensembles aus Spanien, Deutschland und der Schweiz an.
Anfang der 1990er spielt er unter der künstlerischen Leitung von und mit Antonio Gallardo Molina y sus gitanos dando vida a „Jerez y sus cantes“. Gallardo Molinas handverlesene Talente sind Alvaro Aguilar (cantaor), Rubín (guitarra), Rosita de la Rivera y Fernando Galán (baile). Sie treten im Gran Teatro de Falla in Cadíz, im Teatro Villamarta von Jerez auf. 1992 und 1995 führen Tourneen die Jungen nach Finnland (Helsinki, Turku, Oulu) und Japan (Tokio). In Finnland entwickelt sich eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dort ansässigen Flamencoschulen.
Die 1990er führen ihn auf die Bühnen in ganz Europa, u.a. in den Admiralspalast, den KMS der Philharmonie/Berlin, den Tränenpalast, in The Sámi national theatre Beaivváš in Kautokeino/Norwegen und ins ONEX in Genf/Schweiz; als cantaor y guitarrista wiederholt in den Kammermusiksaal der Berliner Philharmoniker, in die Filharmonia Wroclaw, ins IKC ufaFabrik, ins Hamburger Sprechwerk, Dresdner Taschenbergpalais u.v.a.m. Konzertreisen führen ihn u.a. nach Finnland (Helsinki, Turku, Oulu und Tempere), Japan (Tokio), Indonesien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Marokko, Norwegen, Frankreich, Portugal, Griechenland, Polen.
Seit 1984 arbeitet er mit Tanzakademien und Schulen, Tanzkompanien in Spanien, Deutschland, Polen und in der Schweiz.
Rubin de la Ana verlegte 1998 seinen Wohnsitz nach Berlin.

